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1. Urkundliche Erwähnung der Gemeinde Fuchsstadt
 

König Ludwig (das Kind) bestätigt auf Bitten des Abtes Huoki von Fulda,
einen Gütertausch zwischen dem Kloster Fulda und Echternach, wodurch - zum Ausgleich u. a. - phusestat dem Kloster Fulda übermacht wird.


Fürth, 907, März 79. (Staatsarchiv Marburg, Originaldiplom (A)
(phusestat in der 5. Zeile von oben, 6. Wort von rechts)

 

Hier die Original-Übersetzung:

 

Ludwig vollzieht einen Tausch zwischen den Klöstern Fulda und Echternach
- Furt 19. März 907 -


Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit.

Ludwig, (Ludwig das Kind) König durch Gottes wohlwollende Güte.


Der ganzen Gemeinschaft christlichen Glaubens jetzt und in der Zukunft wollen wir bekanntgegeben, weil Huoki (Bischof von Fulda 891-915) verehrungswürdiger Abt des Klosters Fulda; das zu Ehre des heiligen Bonifatius des Martyrer Christi erbaut ist, sowohl Gesandter des gottesfürchtigen Grafen Reginhard wie auch des ernannten Abtes des Klosters Eftirnacha, das zu Ehren des Heiligen Willibrord erbaut ist, auf Vorschlag unserer Getreuen nämlich Hatthonis, Erkanbald, den verehrungswürdiger Bischöfen Ruodolf und Tuton, den wahrhaftigen Grafen Kebehart (Gerhard), Liutpold (Luitpold), Burcharti (Burkard), Eginon, Liutfred, Iring und Cunpold, unsere Sanftmut erbeten hat, dass wir aus Gründen des Wohles beider Orte einen Gütertausch zwischen jenen Klöstern durch unsere Übergabe machen werden und wir dieses wegen Erlösung unserer Seelen kernfest machen kraft Niederschrift unserer Autorität. Denn wir haben diesen Ort, er ist im Gau Nitihgouue Perc (Berg in der Nähe von Trier und der Niedgau zwischen Mosel und Saar) und Musalachgouue Rotinbach, vorher zu Fulda gehörig, von dort aber weit entfernt und dem Kloster des heiligen Willibrord angrenzend; zu selbigem Kloster gegeben und geschenkt, andererseits aber Orte, zuerst zu Eftirnacha gehörig, im Gau Salagouue und Uueringouue gelegen; deren Bezeichnungen diese sind: Fafunhusa; Phusestat (Phusenstat); Urdorf, Gozzinesheim, Gronhaa, zu Pruninges, zu Uuigbrahtes, zu Kizicha, von dort weit getrennt, aber In Reichweite von Gütern des Bonifatius, zu selbigem Kloster gegeben und geschenkt; mit sich in dieser Sache einigen Äbten von beiden Orten, für die gute Erinnerung und das Seelenheil unseres Vaters Arnulf (von Kärnten) und hierauf auch unser eigenes und gleichermaßen das unserer Vorfahren, die in den dauernden Fürbitten ewig neben ihm sind. Wir haben auch befohlen, durch diesen unseren Tausch die Weisung niederzuschreiben, dass alle jeweiligen Güter, was wir beschließen und nachdrücklich anordnen, auf gleiche Art durch unsere Übergabe und Anordnung mit jenen Klöstern zu verschmelzen sind und sie ohne irgendein Hindern einer Person ewig zum selbigen Besitz gehören mögen. Und damit dieses Schriftstück des Gütertausches und unserer Erlasse sicher und dauernd Bestand haben möge; haben wir durch unsere Hand jenes bekräftigt und befohlen es durch unser Sigel zu verbriefen.

*** Siegel des Ludwig allergnädigster Herr und König

*** Ich, Ernustus, habe es als Kanzler in Vertretung des Erzkaplans Ditmar; geprüft und unterschrieben.


Gegeben am 19. März des Jahres 907 nach der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, in der 10. Indiktion, im achten Regierungsjahr des Königs Ludwig; vollzogen in der Ortschaft Furt.

Selig in Gottes Namen. Amen:

 

Quelle: aus Hans-Peter Rosner "Deutsche Geschichte des Mittelalters"

 
Quelle: Fuchsstadt im Wandel der Zeit 1987