TRAUM DES SCHÖPFERS
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Der Traum des Schöpfers

 

Es war ein schöner Tag im Mai, der letzte Schöpfungstag.

Der Herrgott war gerad' dabei, nach all der Müh' und Plag'.

Sein Handwerkszeug geordnet fein für ewig fortzuräumen.

Da nickte er ein wenig ein und fing gleich an zu träumen.



Er sah ein wunderschönes Tal, darin umrahmt von Wiesen.

Ein Flüßchen windungsreich und schmal, die weite Au durchfließen.

Das Saaletal, sein Meisterstück, lag da im Sonnenschein.

Auf schmucke Dörfer fiel sein Blick, die Berge voller Wein.

 

Die Menschen in dem schönen Land, sie waren froh und frei.

Dem Herrgott wurde warm ums Herz, er wachte auf dabei.

Er nahm sein Werkzeug neu zur Hand, so wie im Traum gesehn.

Und schuf das schöne Frankenland, vom Main bis hin zur Rhön.



Er schuf das breite Saaletal, die reiche Ackerflur.

Die stolzen Burgen hoch am Berg, die herrliche Natur.

Den Kohlenberg, die Rubenhöll, den Kirchberg und die Au.

Die Reben und den Sonnenschein und auch des Himmels Blau.

 

Er schuf das Dorf am Bergesfuß, die Häuser schmuck und klein.

Die Gaden und das Gotteshaus setzt mitten er hinein.

Die Menschen, denen dieser Ort als Heimat ist gegeben.

Sie möchten nirgends auf der Welt als hier in Fuchsstadt leben.



Sie sind wie in des Schöpfers Traum, stets froh und frei geblieben.

Ein Fuschter wird sein Leben lang, die schöne Heimat lieben.

 

Otmar Kippes, Fuchsstadt 1990